Ausstellung: Transflexion — Net of Mirrors

Video Ausstellung im Künstlerhaus Schafhof in Freising & Interview mit Leo Kuelb

Herzlich willkommen, liebe Leser,

vom 28. März bis 31. Mai 2015 findet im Europäischen Künstlerhaus Schafhof in Freising bei München die Video-Ausstellung „Transflexion – Net of Mirrors“ statt.

Mit dabei bei der Ausstellung sind Künstler wie Alexander Hacke (Gitarrist der Einstürzenden Neubauten, Berlin/New York), Danielle de Picciotto (Gesamtkünstlerin und Mitgründerin der Love-Parade, Berlin/New York), Robert Seidel (Berlin),  Jesse Fleming  (Los Angeles), Philipp Geist (Berlin), Richard Jochum (New York/Wien), Eszter Szabo (Budapest/Lille) und Thomas Lüer (Frankfurt).

Curator Leo Kuelbs (c) Photo Travis Manning

Curator Leo Kuelbs (c) Photo Travis Manning

Leo Kuelbs Collection haben bereits zahlreiche bekannte Public Art Projekte auf der ganzen Welt durchgeführt, wie z.B.  “Blueprints and Perspectives” (Dallas, Texas, 2013), “Illuminated Ops” (Washington D.C. 2013),  “Codex Dynamic”, das 2012 auf die Manhattan Bridge projiziert wurde und die viel gerühmte Art Show “Divine Coalescence” für Dom Pérignon in Berlin.

Es wird also auf jeden Fall eine spannende Sache.

Das Interessante ist, dass auch bekannte Musiker mit unter den teilnehmenden Künstlern sind, wie Alexander Hacke, der Gitarrist der einstürzenden Neubauten. Und Danielle de Picciotto, Gesamtkünstlerin, Musikerin und Mitbegründerin der Loveparade.

Das Besondere an den Kunstshows:

Bei der Show in München/Freising spielt Sound eine wichtige Rolle. Sechs verschiedene Künstler und ihre Videoarbeiten kreieren die visuellen Aspekte der Show, während ein einziger Soundtrack, geschaffen von Alexander Hacke (Einstürzende Neubauten) kontinuierlich im Loop gespielt wird.

Dieser Sound erweitert die einzelnen Video-Kunstwerke und umgekehrt verändert auch jedes Video-Kunstwerk immer wieder unsere Wahrnehmung des Sounds.

(c) Thomas Lüer - Pendulum (c) Robert Seidel - Vitreous 2  (c) Grazia Toderi Rosso Babele (Babel Red) (c) - Danielle De Picciotto - Net of Mirrors
(c) Helga Griffiths - Neural Reflection

Leo Kuelb im Interview:

Der Kurator Leo Kuelbs pendelt zwischen New York und Berlin und stellt seine innovativen Kunst-Projekte rund um den Globus aus. Er ist bekannt für seine spektakulären Public-Art-Projekte wie z.B. Blueprints and Perspectives (Dallas, Texas, 2013), Illuminated Ops (Washington D.C. 2013), Codex Dynamic, das 2012 auf die Manhattan Bridge projiziert wurde und Divine Coalescence, ein Kunstprojekt für die Luxusmarke Dom Pérignon in Berlin. Seine Kunst-Events bestehen oft aus atemberaubenden riesigen Licht- und Video-Projektionen auf öffentlichen Bauwerken.

Nun zeigt Leo Kuelbs mit Leo Kuelbs Collection im März zwei spannende Video-Ausstellungen in Deutschland: Transflexion — Net of Mirrors (Europäisches Künstlerhaus Schafhof, Freising/München) und Reflective/Perspective (Deutsches Filmmuseum, Frankfurt). Mit dabei sind internationale Künstler wie Alexander Hacke, Danielle de Picciotto, Robert Seidel, Thomas Lüer und Jesse Fleming.

Im Interview mit Chased) erzählt Leo Kuelbs über seine künstlerische Arbeit und was ihn an Video- und Public Art fasziniert.

 

Chased: Was fasziniert dich so an Video Art? Warum arbeitest du am liebsten mit diesem Medium?

L.K.: Wenn Sammler und Künstler über Video Art reden, geht es immer darum, wie einfach diese zu vervielfältigen ist und wie dies ihren Wert beeinträchtigt.

Das brachte mich dazu, darüber nachzudenken, was die Vorteile von dieser einfachen Reproduzierbarkeit sind.

Daraufhin kreierte ich eine Show namens The Decelerator, die gleichzeitig in New York, Berlin und Budapest eröffnet wurde. Und es geht mit weiteren Projekten in dieser Richtung weiter.

Zudem eignet sich Video Art auch im Gegensatz zu Malerei, Skulptur und Performance sehr gut dafür, online gezeigt zu werden. Auch ist das Medium natürlich hervorragend für Projektionen auf Gebäuden, also für Public Art, geeignet.

Und man kann einen USB-Stick mit tausenden von Videokunstwerken ganz einfach in seiner Hosentasche mit sich herumtragen. Video Art hat also sehr viele praktische Vorteile.

Chased: Nach welchen Kriterien wählst du die Künstler für deine Projekte aus?

L.K.: Es hängt viel davon ab, wen man trifft und welche Arbeiten man sieht. Ich gehe auch viel auf Messen und notiere mir Namen, und Kollegen empfehlen mir oft Künstler. Wir schauen auch immer nach Menschen, die sich selber nicht unbedingt als Künstler bezeichnen, aber besondere Fähigkeiten oder Kenntnisse haben. Wenn man einem talentierten „Nicht-Künstler“ eine brauchbare Plattform bietet, so wie wir es teilweise bei unserem Projekt Submerged! gemacht haben, kann das fantastische, magische Ergebnisse hervorbringen.

Chased: Du arbeitest sowohl in den USA als auch in Deutschland und kuratierst Ausstellungen in beiden Ländern. Wo siehst du Gemeinsamkeiten in der Rezeption deiner Ausstellungen, wo siehst du Unterschiede?

L.K.: Ein großes Public Art Event in Deutschland steht für mich noch aus. Das wäre wirklich spannend und ich hoffe, dass ich bald die Gelegenheit dazu habe werde.

In Bezug auf Installationsausstellungen denke ich, dass Berlin offener ist als New York. Die Menschen beschäftigen sich generell länger mit Kunstwerken in Deutschland. Ich finde es auch toll, Kinder bei Kunstausstellungen zu sehen. Das passiert in den USA eher selten. Die Künste sind immer noch ein wichtiger Teil des Bildungssystems in Deutschland, während sie in den USA eher reduziert werden. Das ist etwas, auf das die Deutschen meiner Meinung nach stolz sein sollten.

Das Public Art Publikum in den USA hingegen ist wirklich fantastisch. Ich bin mir sicher, dass die Menschen überall auf der Welt nichtkommerzielle Public Art brauchen.

Wenn man sieht, was für Reaktionen manche unserer Public Art Events ausgelöst haben, wird klar, dass Public Art auf jeden Fall unterfinanziert und unterrepräsentiert ist. Es ist beinahe ein Missstand. Wir haben gerade das New York Festival of Lights durchgeführt, und es kamen so viele Menschen, um es sich anzuschauen, dass die Show von der Polizei geschlossen werden musste. Die Message war klar: Wir wollen mehr Public Art in New York. Und ich denke das trifft auf fast jede andere große Stadt in der Welt zu.

Chased: Was sind deine nächsten Projekte?

L.K.: Es gibt ein neues Projekt, das gerade fertig wird, mit dem Namen Attachments: Drei Kurzfilme aus drei verschiedenen Städten. Und im März zeigen wir eine Video-Ausstellung im Deutschen Filmmuseum, mit dem Titel Reflective/Perspective: Eine fünfstöckige Projektion in der dortigen Lobby, die einfach FANTASTISCH aussieht. Die kommenden Projekte sind wirklich spannend. Wir zeigen zudem die Ausstellung Transflexion: Net of Mirrors im Europäischen Künstlerhaus Oberbayern in Freising im März. Die Werke daraus zeigen die Evolution des Bewusstseins, die gerade stattfindet, in Bezug darauf, wie wir kommunizieren und uns selbst als Individuen innerhalb eines größeren Ganzen wahrnehmen.

Transflexion im Event-Kalender

 

Vielen Dank an Sandra von www.sonic-grape.com für die Infos und das Bildmaterial! ;)

 

 

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