Wolladiho – Hier gibt’s Wolle, Garne, Knäuel und jede Menge Ideen    

Vom Plan B, ganz entspannt an der Nadel hängen, Projekt-Sprechstunden und der Traum vom eigenen Laden

Herzlich willkommen, liebe Leser,

heute haben wir wieder ein tolles Interview für Euch! ;) Gerne stellen wir Euch Tina vor, die den Wolleladen „Wolladiho“ in der Gabelsberger Straße in Maxvorstadt betreibt. Erfahrt mehr über den Laden und Tina’s Geschichte im Interview….

Hier das Interview mit Tina:

Liebe Tina, bitte beschreibe Deine kreative Tätigkeit und Produkte.

Vor einigen Jahren habe ich meinen Plan B verwirklicht und einen kleinen Wolleladen eröffnet. Angefangen habe ich mit Knäueln aus dem Sortiment der großen deutschen und schweizerischen Wolleunternehmen, inzwischen sind auch kleinere Labels dazugekommen. Meistens wähle ich Garne aus, die einen hohen Anteil an Naturfasern haben und möglichst wenig Kunstfasern. Ausserdem gibt es natürlich Nadeln und Anleitungshefte bei mir zu kaufen, wer Zeit hat, läßt sich bei mir nieder und darf auch gerne in meiner Privatblibliothek mit tollen Handarbeits-Büchern stöbern.

(c) www.wolladio.de - Tina SchettlerWelche Produkte und Dienstleistungen bietest Du an?  

Neben Lana Grossa und Lang Yarns beliefern mich auch Schulana und Debbie Bliss mit Knäueln, eher in Strängen kommen die Garne von Mirasol oder Lotus Yarns sowie die handgefärbten Unikate von der Herzkönigin! Aus den Knäueln lässt sich eigentlich alles fertigen, sowohl Mode und Accessoires wie zB Pullover und Mäntel, Trachtenjanker,  Mützen und Loops, Socken und Filzpantoffeln eher im Herbst/Winter,  Häkeltops, Taschen und Tücher aus den pflanzlichen Fasern im Frühjahr/Sommer. Und ganzjährig gibt es Beratung bei der Knäuelauswahl und Unterstützung bei den Strick- oder Häkelprojekten, die schnelle Hilfe gibt es in der Sprechstunde immer Donnerstag nachmittags und ausführlicher dann in meinen Kursen Montags abends.

Wo entstehen Deine Produkte?  

Da ich die meisten Garne verarbeite, um sie als Strick- oder Häkelmuster auszustellen, überlege ich mir ein geeignetes Objekt, statt simple Probeläppchen anzufertigen. Diese entstehen meistens zuhause auf meinem Sofa, im Sommer aber auch auf der Dachterrasse oder sonst irgendwo im Freien – an einem schattigen Plätzchen.

(c) www.wolladio.de - Tina SchettlerHast Du schon immer davon geträumt Deine eigenen Produkte / Dienstleistungen zu vermarkten? Was gab Dir den Anstoß dazu?  

Eigentlich gar nicht – aber viele Freunde und Bekannte haben mich auf die eigenen Werke angesprochen und Gestricktes oder Gehäkeltes in Auftrag gegeben, wie gesagt: schon während meiner Schulzeit. Es gab dann auch eine Zeit, in der die eigenen Maschen nicht soooo angesagt waren – trotzdem haben mich Garne und Muster immer so sehr interessiert, dass ich sie fast „heimlich“ gestrickt habe, weil es mir Spaß gemacht hat, mich entspannt hat und schöne Dinge dabei entstanden sind.

Die Idee, einen eigenen Laden zu eröffnen, kam mit der großen Welle der DIY-Gemeinschaft, denn in München sind Wolleläden eher rar. Ausserdem wollte ich nicht nur die Knäuel, sondern auch Beratung beim Einkauf und Unterstützung in Kursen anbieten. Der Traum vom Strickcafe mit angeschlossenem Laden ist aus finanziellen Gründen sehr schnell geplatzt, aber mein kleiner Laden wurde realisiert.

Welche Produkte oder Projekte hast Du für die Zukunft geplant?

Mein monatlicher Newsletter informiert meine Kunden seit über drei Jahren über Neuzugänge, Rabatt-Aktionen, Themenkurse und den Liebling des Monats, dieser soll zukünftig auch auf meiner Webseite verlinkt werden.

Wer sind Deine Kunden / Zielgruppe?

Alle, die schon oder noch mit den Nadeln umgehen können und Spaß daran haben. Viele haben Lust, selber etwas aus den Garnen anzufertigen und kommen mit klaren Vorstellungen, andere suchen noch nach geeigneten Projekten und brauchen Anregungen, die sie meistens in den vielen Magazinen finden. Inzwischen kommen auch viele „Jungs“ vorbei …

(c) www.wolladio.de - Tina SchettlerBitte stelle Dich kurz vor. Was hast Du schon so gemacht?

Wahrscheinlich hat die Oma den Grundstein für die Kreativität an der Nadel gelegt: schon sehr früh habe ich meine Barbie-Puppen mit selbstgenähten Kleidern eingedeckt … und später die Freundinnen bestrickt. Selbst meinen 2 1/2 jährigen Aufenthalt im Ausland in Portugal habe ich mir teilweise mit Näharbeiten und Häkelpullovern ermöglicht, die schon in den 80er schwer angesagt waren.

Danach hat sich meine Kreativität mehr auf die Gestaltung von Printprodukten verlegt, durch die frühe Begegnung mit einem der ersten Apple-Computer bin ich dort hängengeblieben und habe lange in Verlagen gearbeitet und Zeitschriftenlayouts erarbeitet.

Ein englisches Strickmagazin hat mich dann zurück an die Nadel geholt, die Grafikerin in mir hat’s entdeckt und die Strickerin ist hängengeblieben. Seit vier Jahren verbinde ich nun in meinem kleinen Laden meine beiden Tätigkeiten an der Nadel und am Computer.

Wo findest Du Inspiration?

Den ersten Anstoß geben meistens die Garne selbst, wenn ich die Fasern und Farben betrachte und befühle. Viele Wolle-Lieferanten liefern dazu Anleitungshefte mit Anregungen für viele Modelle, die man nachstricken kann. Nach einer Weile und mit einer gewissen Erfahrung legt man los und überlegt sich selber Modelle oder mischt Garne, gerade diese Experimente führen oft zu einem Aha-Erlebnis.

Meine Familie wohnt auf verschiedene Erdteile verstreut und bei Besuchen führt mich mein Weg – sofern vorhanden – auch in Wolle- und Zeitschriftenläden, gerade im englischsprachigen Raum bin ich immer wieder begeistert über die Kreativität und die Hilfsbereitschaft der Craft-Communities, die mich sehr inspirieren!

(c) www.wolladio.de - Tina SchettlerWelchen Ratschlag würdest Du jemanden geben, der vor hat, seine kreativen Träume zu verwirklichen? 

Kreativität ist ja sowohl eine Kopfsache als auch etwas körperliches, sprich: man muss sie umsetzen, um etwas dar- oder herzustellen. Schöne Dinge, die im Kopf entstehen, brauchen immer auch viel Geduld, bis sie erlernt und „erfahren“ werden, sprich: nimm dir Zeit für diesen Prozess.

Hast Du ab und zu ein kreatives Tief? Wenn ja, wie kämpfst Du dagegen an?   

Manchmal geht nix, alles, was ich mir für ein neues Projekt überlegt habe, gelingt nicht – oder eben nicht so, wie es gedacht war. Mit der Zeit habe ich gelernt, auf meinen Bauch zu hören, der mir sagt: wenns beim dritten Versuch immer noch nicht zufriedenstellend ist, war die Idee wohl falsch. Dann lass ich es ruhen. Statt dessen beschäftige ich meine Hände mit bewährten Mustern und Modellen, die garantiert gelingen.

Stelle Dir vor jeder Tag hätte zwei Stunden extra. Wie würdest Du diese Zeit nutzen? 

Der Laden sowie Büroarbeiten lassen seit einiger Zeit wenig Freiraum für Schlendergänge durch die Stadt oder längere Spaziergänge in der Natur, zwei Stunden extra wären einfach perfekt, mich dafür in Bewegung zu setzen.

Ich befürchte aber fast, ich würde sie eher wieder dazu nutzen, mir neue Handarbeits-Projekte auszudenken und sie auch gleich in die Tat umzusetzen …

Stelle Dir vor Du wärst morgen Bürgermeister von München. Was würdest Du als erstes tun?  

Die Wohn- und allgemein die Mietsituation ändern. Sowohl für Privat- als auch für Geschäftsleute. Aufgrund der hohen Mieten geht sehr viel Lebensqualität verloren, da das kostspielige Wohnen kaum Spielraum läßt für eine abwechlungsreiche Freizeitgestaltung.

In einigen Stadtteilen – wie zB Bogenhausen – sind viele kleinere Läden verschwunden und die Anwohner beklagen sich über „tote Straßen““ und lange Wege bis zur nächsten Einkaufsmöglichkeit. Ein Trauerspiel!

(c) www.wolladio.de - Tina SchettlerWo trifft man Dich in Deiner Freizeit in München ab und zu an?  

Mit Freunden beim Gassi-Gehen, in der Maxvorstadt im Straßencafe, Sonntag beim Stricktreff, zum ratschen auf dem Königsplatz auf den Stufen der Glyptothek, Frühstück im „Gartensalon“ … Biergarten im Bavariapark … abends im Kino

Hast Du ein kleines Extra für die Leser von MünchenKreativ?

Eines meiner Lieblingsstücke und in ständigem Einsatz ist meine Pimpelliese. Das ist ein einfach gestricktes Dreiecktuch, besonders hübsch wird es, wenn man ein Verlaufsgarn nimmt, zB bunte Sockenwolle. Die Anleitung gibt es dank „Spinning Martha““ kostenlos unter

http://www.spinningmartha.de/epages/61920259.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61920259/Categories/Anleitungen/Pimpelliese

Ich selbst habe es in doppelter Größe wie angegeben gestrickt, man kann die Größe individuell verändern, indem man einfach den Garnverbrauch erhöht und länger zu- und dann auch wieder abnimmt. Wer Hilfe braucht, darf gerne vorbeischauen!

Wie hast Du von MünchenKreativ erfahren?

Während meiner Recherche nach Läden in München, die Zubehör für Kreative anbieten, bin ich auf diese Seite gestoßen, nachdem ich die Suchmaschine mit Kreativ in München gefüttert hatte …

Dein Schlusswort? 

Ich hoffe, die Lust am Selbermachen wird sich noch mehr durchsetzen und viele wieder zurück zum Handwerk bringen.

 

Vielen Dank, liebe Tina, für dieses tolle Interview! Unsere Leser haben jetzt sicherlich eine riesige Lust aufs Stricken bekommen! Alle Kontaktdaten findet ihr HIER.

 

Das Copyright der Fotos gehört © Tina Schettler - www.wolladiho.de

 

 

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